Hutladen – das Magazin

Herbst Ausgabe

Zeitverschwendung

Können wir alle richtig gut. Am liebsten mit Sozialen Netzwerken oder Netflix. Oder einfach mal nichts tun?! Kann ich gar nicht mehr so gut. Einfach mal Ruhe, Stille, keine Ablenkung für Kopf und Augen und Hände. Auch gut. Und immer noch alles besser, als das zu tun, was man Muss. Das macht keinen Spaß. Die richtigen Profis nennen das Prokratination. Schönes, geschwungenes Wort für die Zeitverschwendung. Da fühle ich mich beim verschwenden gleich etwas wichtiger. Und immerhin verschwende ich nur meine Zeit, nicht wie andere, vor mir unsere Ressourcen. Richtig gut verschwenden kann ich auch die Zeit anderer, mit eben wieder den gleichen Mitteln der Wahl: Sozialen Medien, Musik, Filmen, äußerst wichtigen Artikeln über all das, was nicht gut läuft bei allen anderen. Allen voran unserer Gesellschaft. Die sollten mal lieber Zeit verschwenden. Aber momentan ist es ja erlaubt ein wenig Zeit zu verschwenden, oder?

Haircut 2020

Frisöre haben ja noch geöffnet und eine Veränderung hilft ja manchmal, die eigentlichen Sorgen zu ignorieren. Eine neue Frisur, täuscht über die wirklich wichtigen Dinge, die es zu ändern gilt hinweg und hilft uns einfach mal, für ein paar Wochen so zu tun, als läge es nicht an unserem Job, nicht and der gescheiterten Beziehung oder dem toxischen Umfeld, dass unsere Leben scheiße sind. Also, wie wäre es mit Farbe oder etwas kürzer? Mal ne Dauerwelle oder doch lieber verlängern? Trend in 2020 ist wohl immer noch Balayage und natürliche Farben. Aber auch bunt und knallig ist voll angesagt. Natürliche Strukturen und Wellen kommen wieder, das Haar soll natürlich und am besten ein bisschen wild aussehen. Der Bob, der Pob, oder auch mittellanges Haar, ganz langes Haar, Ponyfrisuren, Flechtfrisuren, alles irgendwie dabei. Unterm Strich kann man sagen, alles geht und ist Trend und macht doch eh alle was ihr wollt mit euren Haaren. Interessiert sowieso nur euch. Und wer es gar nicht mit den neuen Haaren versuchen möchten: dem bleibt immer noch der Hut.

Dance the boredom off

Dance first. Think later. sagte ja schon irgend so ein Jemand. Macht im Club ein wenig mehr Spaß, versteh ich schon. Aber schon mal in der eigenen Küche getanzt? Schon mal zusammen mit dem Geliebten/ mit der Geliebten betrunken in der eigenen Wohnung getanzt? Allein, abgeschottet vor den Augen aller anderen? Elektrisierende Zweisamkeit. Allein und angetrunken kann auch gut sein. Allein und vollkommen nüchtern ist es noch besser. Einfach mal den Körper rhythmisch, arythmisch durch die Noten gleiten lassen und dazu Gedanken aus. Musik sucht sich jeder selbst aus. Der letzte macht das Licht aus.


„Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“

Öden von Horváth

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