#Equal Care Day

Seit 2016 macht der EqualCareDay in Deutschland auf die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit aufmerksam. Almut Schnerring und Sascha Verlan haben ihn ins Leben gerufen.

Kind wieder krank. Und wer bleibt zu Hause, frage ich meine Freundin. Keine Antwort. Sie braucht auch nicht zu antworten, denn es ist immer die gleiche Person, die zu Hause bei den Kindern bleibt. Die gleiche, die die Kinder morgens zur Kita fährt und die gleiche, die sich um den Haushalt kümmert. Meine Freundin. Mama. Frau.

Das mit ihr und ihrem Mann ist kein Einzelfall in meinem Freundeskreis. Und ach, oh Wunder auch nicht in Deutschland. Frauen arbeiten im Schnitt pro Tag viereinhalb Stunden, ohne das sie dafür bezahlt werden.

Ich sehe schon die Facebook Kommentare dazu: Wollen die jetzt auch noch für ihre Freizeit bezahlt werden? Fangen die jetzt an Kinderbetreuung, Haushalt und Angehörigenpflege als Arbeit zu bezeichnen? Schämt euch, ihr lausigen Feministinnen. So etwas ist doch selbstverständlich. Und irgendwann kommt dann einer (immer! Wirklich immer ein Mann) und rät uns erneut zu mehr und regelmäßigerem Geschlechtsverkehr. Ach ja, das war ja die Lösung!

Zurück zum ECD: Sich um Angehörige zu kümmern, Hausarbeit und Kindererziehung sind überall auf der Welt noch immer hauptsächlich Frauensache. (Die Männer, die in Gerechtigkeit und Gleichberechtigung mit ihrer Partnerin leben, fühlen sich bitte nicht angesprochen).

Der Aktionstag am 29.02.2020 will das ändern.

Worum gehts genau? Bewusstsein schaffen. Aufmerksamkeit erregen. Umdenken, vielleicht.

Dabei fordert die Initiative Equal Care Day faire Bezahlung der professionellen Pflegearbeit, denn auch diese wird zu einem Großteil durch Frauen abgedeckt, und eine gerechtere Verteilung der privaten Care-Arbeit. Dabei will man neue Möglichkeiten und Lösungen für alle Beteiligten erarbeiten, sich engagieren und diskutieren.

In diesem Jahr findet der ECD erstmals bundesweit, unter Beteiligung verschiedener Verbände und Initiativen statt.

Ergebnis einer zweitägigen Konferenz in Bonn, die begleitend stattfinden wird, soll ein Forderungskatalog, der als Manifest dem Land- und Bundestag vorgelegt werden soll sein.

Für die Konferenz am 29.02. und weitere Veranstaltungen gibt es noch Karten und wie man der Seite entnehmen kann, sind MitstreiterInnen gern gesehen. Weitere Infos findet ihr hier : www.equalcareday.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s